Wenn ein Politiker eine Antwort gibt…

Manchmal stellen Reporter Fragen, deren Antwort den Befragten in eine missliche Lage bringen soll. Im Sinne von kritischem Journalismus ist das manchmal berechtigt, manchmal aber auch einfach nur für alle Beteiligten lästig. Schön, wenn das auch anderen Personen auffällt und die das dann subtil persiflieren. Wie etwa beim bereits einmal gebloggten Beitrag über die Antritts-Pressekonferenz von Bundesrat Alain Berset (SP). Dort wurde das frisch gebackene Regierungsmitglied aus der französischen Schweiz von einem Journalisten wegen seiner angeblich schlechten Englisch-Kenntnisse aufs Korn genommen. Er wurde mit einer Frage auf Englisch konfrontiert. Berset blieb freundlich, aber ließ sich nicht darauf ein: «Ich bin nicht an einem Sprachtest hier, Ich kann aber durchaus Englisch sprechen» war seine Antwort. Journalistenkollege Hubert Moser nützte darauf die Gelegenheit sich über die seltsamen Fragen der Kollegenschaft lustig zu machen und bat den Bundesrat um ein paar Worte auf Portugiesisch.

Manchmal überrascht aber auch der Angesprochene selbst. Hier etwa der kanadische Premierminister Justin Trudeau, der von einem selbstsicheren Journalisten mal nebenbei nach einer einfachen Erklärung für die Funktionsweise von Quantencomputern gefragt wird:

Unübertroffen

Spätestens seit der „Bü..Bü..Bündnerfleisch“ Ansprache von Hans-Rudolf Merz habe ich die Reden von Schweizer Politikern ganz fest ins Herz geschlossen.

Da sich die halbe Schweiz und drei-viertel Frankreich gerade an einer Ansprache von Bundespräsident Johann Schneider-Ammann zum anlässlich des Tags der Kranken erfreut, bin ich gerade auf eine echte Perle gestoßen: Die Neujahrsansprache 2000 von Bundespräsident Adolf Ogi.

Ich kann mich beim Besten willen nicht zwischen den beiden entscheiden, aber ich denke, am Ende gewinnt der Tannenbaum vor der Wasserfontäne: 🙂

 

sturm aus dem wasserglas

Gar nicht gelassen diskutieren die Abgeordneten im Genfer Großen Rat. Da schüttet der Vertreter der Rechtspopulisten schon mal seinem liberalen Kollegen ein Glas Wasser über den Anzug. Da der französische Ort Evian mit seiner gleichnamigen Mineralwasserquelle gleich in der Nähe liegt, war es sicher sehr gesundes Wasser, aber korrektes Verhalten im Parlament sieht anders aus.

Weiteres zum Hintergrund der Wasserschlacht findet man bei bluewin.ch.

graphik005: ländervergleich österreich – schweiz

Ländervergleich Österreich - Schweiz

du sollst nicht…

Wenn es darum geht seinen Mitmenschen wohlgemeinte Ratschläge zu geben stehen wir alle vor ähnlichen Herausforderungen. Wie sagen wir es so, dass das Gegenüber es nicht als Gängelei empfindet und vor allem nicht erst recht auf ungünstige Ideen kommt. Der Tipp „Iss nicht so viel Süßigkeiten“ ist doch ähnlich effektiv wie die Aufforderung genau jetzt nicht an ein Lila Nilpferd mit einer quietschgrünen Badehose auf einem Eislaufplatz zu denken. Kaum ausgesprochen ist das Bild im Kopf des Gegenübers da und genau das Verhalten, das man eigentlich nicht wollte wird so angeregt.

Einen genialen Ausweg nimmt eine aktuelle Schweizer Kampagne im Kampf gegen Übermüdung am Steuer:

Turboschlaf Kampagne vor dem Kloster Fischingen in CH
Turboschlaf Kampagne vor dem Kloster Fischingen in CH

Finde ich genial – und tunke meine Turbokarotte in mein Turbojoghurtdressing :-).