moechten sie ein warmes demel-fruehstueck oder ein sandwich?

Dieses Land verdankt Niki Lauda viel. Die Kenntnis der Marke Parmalat etwa. Wie haette der Zusammenbruch des Konzerns es bei uns sonst in die Hauptnachrichten gebracht? Mal sehen wie es mit Oerlikon weitergeht, nachdem Niki seine Stirnfront damit verziert. Viktor Vekselberg, der russische Unternehmer der den Konzern aktuell kontrolliert, scheint seine Management-Kapazitaet aktuell eher fuer das Management seiner Nachschussverpflichtungen aus den eingegangenen Investments zu benoetigen…

Aber genug des Laesterns. Niki Lauda hat Oesterreich tatsaechlich viel geschenkt. Einige Siege im Profi-Autodrom-Fahren, eine sensationell-serviceorientierte Fluglinie, einen Lebenslauf mit furchtbaren Katastrophen und sensationellen Comebacks und eine weitere Fluglinie. Fly-Niki. Bin damit nach Mallorca geflogen.

Genauso guter Service wie frueher bei Lauda-Air. Kostet nur die Haelfte. Dafuer kosten dann die Speisen extra. Mir soll es recht sein. Denn niemand kalkuliert schaerfer als Niki, der wegen seiner *raeusper“ Sparsamkeit bekannter ist als fuer seine Formel 1 – Titel.

Dieser Sparsamkeit verdanke ich jetzt den Beweis fuer einen Verdacht, den ich schon lange hege: Es kostet mehr ein Fruehstueck zuzubereiten als eine normale Hauptmahlzeit.
11 € kostet ein Demel Fruehstueck bei Fly-Niki. Das Fruehstueck ist zugegebenermassen aufwendig gestaltet, aber trotzdem liesse sich auch bei einem  ****-Hotel ein derartiges Fruehstueck bei 7-8,50 € finden. Nun gut – es laesst sich einwenden, dass es im Flieger eben einfach teurer sein muesse. Das stimmt, nur: die Haupt-Speisen kosten durchwegs zwischen 7 und 10 €.

Ergo: Endlich hat einer nachkalkuliert, welchen Service-Personalaufwand es tatsaechlich bedeutet jeweils individuell ein Fruehstueck mit jeweils mehreren verschiedenen Speisen aus verschiedenen Deckeln und Toepfen zusammenzustellen und dabei auf mehrere verschiedene Temperaturen (kalte Butter, heisser Tee) acht zugegeben.

Nur gut, dass er sich nicht durchsetzen wird. Niemand im Flieger bestellte das „Demel-Fruehstueck“.

original in mallorca

// internet-cafe bedingt gibt es diesmal keine umlaute. die gibt es nicht im fischer- und touristendorf porto cristo. nicht mal gegen aufpreis//

Ich bin in Mallorca. Nein – nicht dort wo der Ballermann ist. Am anderen Ende. Dort wo blaessliche, britische Seniorenbeine am Strand leuchte. Dort wo deutsche Mittfuenfziger unterdurchschnittliche Einsichten in unterdurchschnittlichen Touristenfallen-Bars ueberdurchschnittlich laut vertreten.

Fuehle mich mittlerweile wohl. Habe endlich eine Bar gefunden in der Touristen schlecht behandelt werden. Wo einem als Tourist feindselige Blicke bereits auf der Strasse klar machen, dass man nicht hierhergehoert. Wo einen der Kellner beim Bestellen mit gespielter Verzweiflung nicht versteht. Wo der Kellner mit „I want the bill, please“ mit ahnungslosem Gesichtsausdrucks alle mit ihm bekannten Bills (Clinton, Bill Cosby, Billie Idol,…) durchzugehen scheint und keine Regung zum kassieren zeigt.

Ich brauchte fast einen ganzen Tag bis ich diese Bar gefunden hatte. Es gibt sie ueberall wo es Touristen gibt. In Oesterreich sind es die versteckten Lokale irgendwo neben dem Skilift. Dort wo nur die Einheimischen hingehen. Die Skilehrer, die Liftwarte, die Kellnerinnen und Gemeindeangestellten. Meistens haben sie klingende Namen wie „schwarze Katze“, „Mausefalle“ oder „Rauchkuchl“. Man muss sie nur finden. Dort gibt es dann normale Preise, normale Menschen und vor allem: keine Touristen.

So sitze ich hier: mit einem Espresso um 1 €, kleine Haeppchen zwischen 1,50 und 2 € und weit und breit kein Tourist. Abgesehen von mir. Aber ich stehe unter der strengen Beobachtung des Barbesitzers, der angesichts meiner leidlichen Spanisch-Kenntnisse seine uebliche Masche nicht ueber die Schmerzgrenze treiben kann. In allen 26 anderen Bars des Doerfchens servieren gerade vier-bis fuenfsprachige Kellnerinnen „originale“ Tapas um 5,50 € von „original“ handgeschriebenen Speisekarten.