wahnsinn – der mensch ist aus gummi

Letzte Woche in Bregenz: Direkt neben der Seebühne beim Bodensee war das „Freudenhaus“ aufgebaut. Diese lustspendende Einrichtung hat weniger mit Erotik als mit Kleinkunst zu tun. Ich war bei einer der Revues und war begeistert. Einer der Künstler: Herr Niels. Wer diesen Mann am Plakat geschrieben sieht und nicht zur Show hingeht, dem kann nicht geholfen werden…

Hier ein YouTube-Video von einem anderen Auftritt:

es ist zeit für mehr satire

Manchmal gibt es Momente im Leben, da hört man besonders aufmerksam zu. Ich kann mich zum Beispiel noch sehr gut an ein Interview mit dem Komponisten und Produzenten Peter Wolf (http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Wolf_(Komponist) erinnern. Ich bin kein ausgesprochener Fan seiner Werke, aber das Interview hat mich sehr beeindruckt. Unter anderem erwähnte er bei einer Gelegenheit, dass ein mit ihm bekannter Musiker einst zu ihm gesagt haben soll: „Du spielst keine vernünftige Note vor 30. Welche Geschichten willst du erzählen, wenn du noch nichts erlebt hast?“

Das hat mich nachdenklich gemacht. Ist es nicht in vielen Feldern so, dass man erst nach 10 Jahren tatsächlich ernsthaft mitspielen kann? Wenn man also ins Berufsleben einsteigt – mit zwanzig oder Mitte zwanzig nach einem Studium, dann kann man wohl erst nach 10 Jahren mitreden. Kein recht motivierender Ausblick für einen jungen Überflieger, aber ich komme immer mehr darauf, dass es wohl stimmt.

Die gute Nachricht für mich: Mittlerweile – bin ich 30. Ab sofort bin ich bereit und kann Geschichten erzählen 🙂
Ich habe mich daher entschlossen – *trommelwirbel* – bis Ende des Jahres ein Manuskript für einen Band mit satirischen Geschichten abzugeben.

eine kuh macht muh…

… viele Kühe machen Mühe. Dieses Sprichwort hat „Fang den Berg“ nicht davon abgehalten das neuestes musikalisches Werk mit Kühen zu hinterlegen. Mein Bruder Stefan ist die menschliche Stimme dieser „Anarcho-Improv-Free-Punk“-Band ( Copyright by http://www.aufabwegen.de/magazin/?p=1447). Wer mehr erfahren will: http://www.myspace.com/fangdenberg

linz09 ist bald vorbei. eine subjektive zusammenfassung(slosigkeit).

Zu Silvester 2008  war die Linzer Welt noch in Ordnung. Die Silvester-Feiern begannen mit einer etwas irritierenden Sinfonie für das Jahr in dem Linz die „Kulturhauptstadt Europas“ würde, aber das Feuerwerk entschädigte all jene, die von Kunst und Kultur klare Botschaften und Unterhaltung erwarteten. Mir selbst war etwas mulmig zu Mute. Ich hatte gerade ein paar Tage zuvor miterlebt, wie eine Dame in der Parfümerie-Kette am Linzer Hauptbahnhof versuchte einzukaufen. Es schien nicht zu klappen, da sich eine scheinbar unüberwindbare Sprachbarriere zwischen die Kundin und der jungen Verkäuferin schob: Englisch.

Silvester2009_Linz

Doch Linz machte sich besser als erwartet. Die Künstler kamen, die Touristen kamen, Linz lernte. Es war jedoch kaum möglich einen umfassenden Überblick über Linz09 zu bekommen. An allen Ecken und Enden wurde da Kunst veranstaltet. Man hätte alle 14 Tage neu anreisen müssen. Jedes Mal hätte man eine andere Kulturhauptstadt vorgefunden. Zwar waren gewisse Attraktionen längere Zeit in Betrieb. Wie das sehr beliebte Projekt „Höhenrausch“ auf den Dächern von Linz. Aber im Grunde bestand Linz09 aus einem Gewusel von kleinen Events, die regional über ganz Linz verteilt wirkten.

RiesenradHoehenrausch2Hoehenrausch
Linz09 hatte aber natürlich auch Pleiten. Etwa das Nebenprojekt „Linzer Auge“. Eine Aussichtsplattform mitten in der Donau, die sich kontinuierlich angetrieben von der Donauströmung drehen sollte. Allein die Bewegung blieb im Konjunktiv. Seit Juli wird die Eröffnung Monat für Monat verschoben. Ein Hochwasser verhinderte den Transport, Materialfehler den Betrieb und so verging ein halbes Jahr. Für die Initiatoren des Projektes wahrlich keine schöne Sache. Es handelt sich immerhin um die Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten.
http://www.linzerauge.org

Linzer-Auge

Bleibt die Frage: Was bleibt?
– Linz09 war ein Glücksfall für die regionale Wirtschaft. Ein Tourismus-Konjunkturpaket exakt in der ärgsten Krise. Das brachte Aufwind und Aufmerksamkeit für die Gastronomie. Vielleicht schaffen es ja demnächst einige weitere Küchen im Hoamatland in den Gault Milau. Dort wird Oberösterreich schon seit Jahren schwer unterbewertet.
– bleibende Impulse wurden in der Architektur gesetzt. Spätestens jetzt ist Linz einen Wochenend-Ausflug für Gäste aus Salzburg oder Wien interessant.
– Ob es eine Belebung für die Kultur gegeben hat? Den Wert von Kultur in der öffentlichen Wahrnehmung hat Linz09 sicher gehoben. Für die regionalen Kulturschaffenden war es eine Inspiration sich neu zu vernetzen und über den eigenen Tellerrand zu sehen. Wenn man nicht als Prophet im eigenen Land untergehen will, dann muss man sich andere Bühnen suchen. Das hat Linz09 vielen ins Stammbuch geschrieben.

BlickvomSchlossberg

das beste aus 30 jahren – teil 1

Das Alter läßt sich nicht aufhalten. Zumindest nicht vor mir. So gehe ich mit unerhört großen Schritten meinem 30er entgegen.

Um dieser Krise den Beigeschmack der Katastrophe zu nehmen, nutze ich nun meinen Erfahrungsschatz auf produktive Weise: Ich blogge nun meine ganz persönlichen „best of“-Dinge.

Heute:  die besten Komiker.
Knapp vor Mister Bean gehen die Monty Pythons durchs Ziel. Meinen Lieblingssketch („the ministry of silly walks“) kann ich leider nicht in diesen Eintrag einbetten.

Ersatzweise eine kleine Denkanregung für alle Kampfrhetorik-Experten: