Crooked Christian explaining the unexplainable.

The Contract

rois.tv ist zurück. In Anbetracht der globalen Lage müssen wir reden. Ich gelobe…

Das präsidiale Humorpotential – unbedankte Möglichkeiten.

Einen Nachtrag zur österreichischen Bundespräsidentenwahl habe ich noch, weil ich dieses Facebook-Video für einen den bemühtesten Beiträge zu diesem Wahlkampf halte: Die öffentliche Zubereitung einer Eierspeise durch Physiker Werner Gruber unterstützt von Kandidat Rudolf Hundstorfer.

 

graphik015: stichwahlprognose

Nachdem die Prognostizierung der öffentlichen Meinung scheinbar immer schwieriger wird, versuche ich nun meine ganz eigene Prognose. Nachdem noch etwas Abstand zum Wahltag ist und die Reichweite dieses Blogs noch nicht ganz an die von HEUTE, ÖSTERREICH oder der KRONE heran reicht, habe ich keine Befürchtung, dass mein Ergebnis die Wahl in unfairer Weise beeinträchtigen wird.

Ich bediente mich zur Ermittlung des Ergebnisses einer Schachtel Farbstifte und einer Vielzahl arithmetischer Überlegungen.

Wahlergebnis Bundespräsidentenwahl Österreich - erster Wahlgang und Prognose des Stichwahl-Verhaltens der 45 % der Wählerinnen und Wähler, die keinen der beiden

Wahlergebnis Bundespräsidentenwahl Österreich – erster Wahlgang und Prognose des Stichwahl-Verhaltens der 45 % der Wählerinnen und Wähler, die keinen der beiden „Gewinner-Kandidaten“ im ersten Wahlgang angekreuzt hatten.
Berechnetes Wahlergebnis zweiter Wahlgang der österreichischen Bundespräsidentenwahl 2016
Berechnetes Wahlergebnis zweiter Wahlgang der österreichischen Bundespräsidentenwahl 2016

Sollte ich am Ergebnis näher liegen als alle anderen Prognosen, stehe ich gerne für die geneigten Medien als Experte zur Verfügung. Sollte ich verhindert sein, schicke ich ein Päckchen Buntstifte.

Das präsidiale Humorpotential – ein Vorausblick

Nachdem wir letzte Woche den internationalen Vergleich gezogen haben, wird es wohl langsam Zeit auch die „Heimat“ zu betrachten, die hier so eifrig umworben wird. Den Plakat nach zu urteilen, hat der eine Kandidat das Gefühl, das man für die Heimat aufstehen müsse, weil sie uns jetzt brauche. Angesichts der Überalterung unserer Gesellschaft und der wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen ein sehr löbliches Anliegen, wenn man in der Straßenbahn Richtung Zukunft aufsteht für die alte Dame Austria. Allerdings bräuchten wir eher einen TGV, statt einer Straßenbahn. Aber das ist eine andere Geschichte.

Der andere Kandidat ist sich der Fragilität der „Heimat“ auch sehr bewusst. Wurde in der ersten Phase der Kampagne noch „Heimat braucht Zusammenhalt“ plakatiert, stellt sich die Kampagne der Gefahr des Zerfalls in der zweiten Phase durch den Mahnspruch „Wer unsere Heimat liebt, der spaltet sie nicht“ entgegen. Nur leider: Da ist er auch schon wieder – der Zeigefinger.
Transaktionanalytisch kämpft hier das belehrende „Eltern-Ich“ mit dem „trotzigen Kinder-Ich“. Das wird vermutlich ziemlich ins Auge gehen, da der artige, jugendlich wirkende Straßenbahnfahrer eher dem Archetyp des „braven Kinder-Ichs“ entspricht.

Das man mit dem Zeigefinger auch Humorvolles vollbringen kann, hat übrigens Herr van der Bellen selbst schon vor Jahren demonstriert:

PS: Falls sich jemand fragt, warum die beiden Kandidaten vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Polarisierung so erfolgreich sein konnten und andere Kandidaten trotz Tapferkeit und Mut es nicht weiter schafften, dann empfehle ich das Buch „Politisches Framing: Wie eine Nation sich ihr Denken einredet – und daraus Politik macht “ von Elisabeth Wehling. Ich durfte im Sommer einen Workshop bei ihr im Rahmen des europäischen Forums Alpbach besuchen. Seither wundert mich nichts mehr, außer weshalb die linguistischen Überlegungen von George Lakoff und Elisabeth Wehling nicht schon längst von allen umgesetzt werden…