christians learnings

Unlängst dachte ich im Cafe Landgraf bei einer heißen Schokolade und einem Ginger Ale darüber nach was ich gelernt habe. Also beruflich gesehen. Dann dachte ich, wie das wohl wäre, wenn ich in meinem Leben nur mehr ein Seminar geben könnte. Ein letztes berufliches Seminar. Ein großer Saal und nur 30 min Zeit. Was würde ich dann sagen? So entstand eine Liste, die ich „Christians Learnings“ nannte.

Christians Learnings:

1. Alles, alles kann innerhalb von Sekunden verloren gehen. Akzeptiere diese Möglichkeit, aber mache Sie nicht zum zentralen Ankerpunkt deines Denkens.

2. Sei neugierig.

3. Sei großzügig.

4. Liebe Menschen.

5. Konzentriere dich auf deine Stärken.

6. Erfrische dich regelmäßig.

7. Walk the extra mile.

8. Sieh die Interessen der anderen. Die Gleichung ist stärker als die Variable.

9. Analysiere Siege mindestens so intensiv wie deine Misserfolge.

10. Finde die Spiele der Menschen und hab Spaß mit Ihnen. Aber vergiss nicht: es sind Spiele.

moechten sie ein warmes demel-fruehstueck oder ein sandwich?

Dieses Land verdankt Niki Lauda viel. Die Kenntnis der Marke Parmalat etwa. Wie haette der Zusammenbruch des Konzerns es bei uns sonst in die Hauptnachrichten gebracht? Mal sehen wie es mit Oerlikon weitergeht, nachdem Niki seine Stirnfront damit verziert. Viktor Vekselberg, der russische Unternehmer der den Konzern aktuell kontrolliert, scheint seine Management-Kapazitaet aktuell eher fuer das Management seiner Nachschussverpflichtungen aus den eingegangenen Investments zu benoetigen…

Aber genug des Laesterns. Niki Lauda hat Oesterreich tatsaechlich viel geschenkt. Einige Siege im Profi-Autodrom-Fahren, eine sensationell-serviceorientierte Fluglinie, einen Lebenslauf mit furchtbaren Katastrophen und sensationellen Comebacks und eine weitere Fluglinie. Fly-Niki. Bin damit nach Mallorca geflogen.

Genauso guter Service wie frueher bei Lauda-Air. Kostet nur die Haelfte. Dafuer kosten dann die Speisen extra. Mir soll es recht sein. Denn niemand kalkuliert schaerfer als Niki, der wegen seiner *raeusper“ Sparsamkeit bekannter ist als fuer seine Formel 1 – Titel.

Dieser Sparsamkeit verdanke ich jetzt den Beweis fuer einen Verdacht, den ich schon lange hege: Es kostet mehr ein Fruehstueck zuzubereiten als eine normale Hauptmahlzeit.
11 € kostet ein Demel Fruehstueck bei Fly-Niki. Das Fruehstueck ist zugegebenermassen aufwendig gestaltet, aber trotzdem liesse sich auch bei einem  ****-Hotel ein derartiges Fruehstueck bei 7-8,50 € finden. Nun gut – es laesst sich einwenden, dass es im Flieger eben einfach teurer sein muesse. Das stimmt, nur: die Haupt-Speisen kosten durchwegs zwischen 7 und 10 €.

Ergo: Endlich hat einer nachkalkuliert, welchen Service-Personalaufwand es tatsaechlich bedeutet jeweils individuell ein Fruehstueck mit jeweils mehreren verschiedenen Speisen aus verschiedenen Deckeln und Toepfen zusammenzustellen und dabei auf mehrere verschiedene Temperaturen (kalte Butter, heisser Tee) acht zugegeben.

Nur gut, dass er sich nicht durchsetzen wird. Niemand im Flieger bestellte das „Demel-Fruehstueck“.

Der Respekt des Jägers …

Kinderbücher machen die Kinder angeblich schlauer und bereiten sie pädagogisch auf das Leben vor. Ich durfte als Kind viele, viele Kinderbücher lesen und sehr, sehr viele Bücher wurden mir auch vorgelesen.  So weiss ich also Bescheid über „das kleine ich-bin-ich“, das Indianer-Epos „kleiner Bruder Watomi“, den Räuber Hotzenplotz und heute pädagogisch verdammte Werke aus der Sammlung der Gebrüder Grimm. Unlängst flatterte mir die Verständigung zur Abholung eines Paketes in meiner nächst gelegenen Postfiliale ins Haus. Am Samstagvormittag um 08:30 und damit eine halbe Stunde zu früh stand ich vor der Postfiliale. Kurzfristig beschliesse ich noch im neben an gelegenen Kaffeehaus zu frühstücken. Das SchlemmerFrühstück um 3,80 € umfasst einen Kaffee, einen Orangensaft, zwei Semmeln, Käse, Schinken, Butter, ein Ei und eine kleine Streichwurst.  Wenig später bin ich wirklich schon sehr satt. Nur mehr die kleine  Streichwurst  und eine Semmelhälfte ist noch übrig. Diese winzigen Streichwürste faszinieren mich schon seit jeher. Insbesondere seit ich entdeckt habe, dass Sie meist in Hotels der gehobeneren Kategorie in Körben an Frühstücksbuffets angeboten werden.  Das sind meist dieselben Hotels, deren Umweltbewußtsein sehr ausgeprägt ist. So ausgeprägt, dass es sich darin ausdrückt, dass der Gast den Wunsch nach Reinigung der Handtücher auf seinem Zimmer nur durch das auf den Boden werfen  derselben Ausdruck verleihen kann.  Manchmal überlege ich, ob ich in Hotelrestaurants in Hinkunft einfach meine Teller und Gläser am Ende einer Mahlzeit auf den Boden stellen soll, um zu verdeutlichen, dass eine Reinigung dieser Gegenstände angebracht ist, bevor sie für den nächsten Gast verwendet werden…Wie dem auch sei: Ich drehe also an einem Ende der Streichwurst an der Metallklammer. Diese Technik bewährt sich bei mir immer. So löst sich dann normalerweise die Wursthaut ab der Metallklammer und ich komme zum Inhalt. Normalerweise. Doch diesmal – keine Veränderung der Streichwurst. Stattdessen hatte ich bereits schwarze Abfärbungen der Klammer und der Verpackung auf meinem Daumen und Zeigefinger.  Ein neuer Versuch – die Wursthaut schien unter Spannung.  Doch statt sich Öffnen zu lassen, drohte die Streichwurstverpackung als ganzes zu platzen. Etwas irritiert legte ich einen kurzen Moment die Streichwurst zur Seite. Eigentlich hatte ich ja gar keinen Hunger mehr. „Ein Indianer hat Respekt vor seiner Beute. Wenn sie sich zu sehr widersetzt, so läßt der Jäger Sie entkommen.“ so oder so ähnlich hatte doch der große Indianerbruder es dem kleinen Indianerbruder erklärt. Ich empfand also Respekt vor der kleinen Streichwurst und beschloss sie Entkommen zu lassen.