du sollst nicht…

Wenn es darum geht seinen Mitmenschen wohlgemeinte Ratschläge zu geben stehen wir alle vor ähnlichen Herausforderungen. Wie sagen wir es so, dass das Gegenüber es nicht als Gängelei empfindet und vor allem nicht erst recht auf ungünstige Ideen kommt. Der Tipp „Iss nicht so viel Süßigkeiten“ ist doch ähnlich effektiv wie die Aufforderung genau jetzt nicht an ein Lila Nilpferd mit einer quietschgrünen Badehose auf einem Eislaufplatz zu denken. Kaum ausgesprochen ist das Bild im Kopf des Gegenübers da und genau das Verhalten, das man eigentlich nicht wollte wird so angeregt.

Einen genialen Ausweg nimmt eine aktuelle Schweizer Kampagne im Kampf gegen Übermüdung am Steuer:

Turboschlaf Kampagne vor dem Kloster Fischingen in CH
Turboschlaf Kampagne vor dem Kloster Fischingen in CH

Finde ich genial – und tunke meine Turbokarotte in mein Turbojoghurtdressing :-).

endlich ein rhetorikbuch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann.

Ich bin Moderator und Coach. Meine Kunden unterstütze ich oft auch bei der Vorbereitung von Präsentationen und Reden. Daher muss ich im Jahr ca. 10-15 Bücher in diesem Bereich lesen. Ich schreibe bewusst „muss“, weil es irgendwann zur Qual wird die immer gleichen Tipps und Tricks, die gleichen Scherzchen und Vereinfachungen zu lesen. Trotzdem lese ich diese Ratgeber, weil manchmal eben doch noch irgendwo ein neuer Aspekt oder eine neue Idee zwischen den Buchdeckeln zu finden ist. Trotzdem sind die Selbstverliebtheit mancher Autoren, ihr Marketing-Sprech und die dazugehörigen Holzhammer-Strategien oft große Herausforderungen beim Lesen.

Dieses Buch ist anders. Es ist immer am Punkt, einfach zu lesen, klar gegliedert und mit vielen authentischen Fallbeispielen aus der Coaching-Praxis der Autorin gespickt. Ich halte das Buch für die beste und seriöseste Zusammenfassung für die Vorbereitung eines Vortrags, die aktuell in deutscher Sprache erhältlich ist.

Übrigens ist Fleur Wöss auch Zen-Meisterin. Nach der Lektüre des Buches habe ich im Netz danach gegoogelt. Unter http://www.daishinzen.at gibts mehr darüber zu erfahren.

verhandlungstraining

Manchmal ist es schon eine verzwickte Sache im Geschäftsleben. Man möchte gerne etwas haben, dass jemand anderer besitzt. Dann muss man verhandeln, was oft nicht so einfach ist – besonders wenn man ein wenig im Zeitdruck ist:

Für alle, die ein wenig mehr über Verhandlungstechnik erfahren wollen:

Wer es wirklich zur Meisterschaft bringen will, sollte mal in einem Antiquariat oder einem englischen Buchladen nach dem Buch „Everything is negotiable“ von Gavin Kenney fragen. Ich kenne kein besseres Buch zum Thema „verhandeln“.

gedanken von der 4th international management consulting conference

Puhh… Heute bin ich ganz schön geschlaucht. Die Berater-Konferenz hat meinen Kopf ziemlich zum Rauchen gebracht. Einerseits: alles war auf Englisch. Andererseits: es war eine unglaublich dichte Zeit aufgrund der vielen, vielen Impulse.

Welche Gedanken bewegen mich besonders:

1. Die Consultants aus den Entwicklungsländern fanden unsere Probleme teilweise eher kurios. Arbeiten in einer krisenhaften Umgebung ist dort Normalität. Das war wohl eine wichtige Erkenntnis: Anstatt darauf zu warten, dass sich die Normalität wieder einstellt, lernen wir, dass die Krise der Normalzustand ist. Damit stellt sich auch die Normalität wieder ein.

2. ich war einer der jüngsten Teilnehmer. Wahrscheinlich von allen, die den Konferenzbeitrag gezahlt haben, der Jüngste. Das hat mir wieder einmal die Augen dafür geöffnet, welches Glück ich eigentlich hatte, daß ich mittlerweile auf diesem Level mitschnattern darf.

3. für meine Arbeit als Coach habe ich einen spannenden Impuls aus den USA mitgenommen. Bin sehr gespannt auf das Buch von Diana Kubal in dem das „inner circle“-coaching modell vorgestellt wird. Beeindruckt war ich dabei einerseits inhaltlich und andererseits von Susan Lawler, die als Coachee ihre Erfahrungen mit dem Modell präsentierte. (to Susan: Thanks for that really, really amazing insight in your coaching-experience!“)

 4. ich habe einige ganz tolle Persönlichkeiten kennenlernen dürfen. Etwa Dalitso Samson Sulamoyo. Er stammt ursprünglich aus Malawi und managt heute in Illinois ein Netzwerk von Non-Profit-Organisationen, die sich der Armutsbekämpfung in den USA verschrieben haben. Ich war wirklich sehr beeindruckt, wie diese Organisationen sich durch „peer-consulting“ gegenseitig helfen und vor allem auch Wissen innerhalb des Netzwerkes austauschen.

5. eine der Paper-Sessions beschäftigte sich mit Consulting im politiknahen Bereich.  Es ist eine Sache sich fachlich auszukennen – wie das normale Fachberater tun. Es ist eine andere Sache von Gruppen und Organisationen eine Ahnung zu haben – wie das systemische Berater tun. Aber es ist noch einmal ein ganz anderes Spiel, wenn man als systemischer Berater im politischen Feld unterwegs ist, ohne das politische Spielfeld von Innen zu kennen. Ich kam mir stellenweise vor wie eine Möwe unter Pinguinen, die eine Flugmaschine basteln wollen…