wer die landtagswahl in oberösterreich gewinnt.

ganz einfach: die Partei, die die meisten Stimmen mobilisiert. Das liest sich allerdings einfacher als es in der Realität ist.

Warum?

Aktuell gibt es Umfragen (etwa die von market: http://www.kurier.at/nachrichten/1938177.php), die die ÖVP bei über 40% (2003 waren es 43,6%) sehen. Die SPÖ käme danach auf 33% (2009:38), die Freiheitlichen auf 12% (2009: 8%) und die Grünen auf 8% (2009:9%). Das BZÖ bekäme keinen Platz im Landtag.

Den Umfragen nach ist dieses Bild seit Monaten stabil bei einem schrumpfenden Anteil an Unentschiedenen. Doch das täuscht. Die Reihenfolge der Parteien dürfte ziemlich klar sein, aber bei den Details kann uns durchaus noch ein blaues Wunder blühen. Die beiden offenen Fragen lauten:

1. Kann die SPÖ ihre Stammwählerschaft in den Städten wieder mobilisieren?

Bei der EU-Wahl sind zuletzt die SP-Anhänger zu Hause geblieben. Sie waren so frustriert, dass sie daheim geblieben sind. Das ist für die SPÖ eine neue Erfahrung. Ihre Stammwählerschaft ist erstens die zahlreichste und zweitens die treueste.

Die SPÖ hat daher  ihre Lehren aus dem EU-Wahlkampf gezogen und arbeitet mit Zielgruppenbriefen und Plakaten zur Hebung der Wahlbeteiligung in den großen oö. Städten. Sie managt das mit einem ausgeklügelten System von Briefen an ihre Zielgruppen (so bekommen etwa die Frauen in meinem Wohnhaus einen „Frauen“-Brief, ich bekomme einen „jungen Erwachsenenbrief“ und ich vermute mal heftig, dass die Pensionisten auch einen Brief erhalten haben). Hier sind sicher noch 2-3 % der Stimmen bewegbar.

2. Kann die ÖVP ihre Zugewinne von den Freiheitlichen am Land verteidigen?

Bei der letzten Landtagswahl 2003 konnte die ÖVP gegenüber den Wahlen 1997 zulegen. Das kollektive Gedächtnis hat diesen Umstand gelöscht, weil der Zuwachs der SPÖ unter Erich Haider (Stichwort: VOEST) um so vieles eindrucksvoller war. Dennoch befinden sich an Bord der ÖVP noch viele Leihstimmen von der FPÖ, die nach Knittelfeld am Boden lag. Schafft es die ÖVP diese Stimmen in der Fläche des Landes zu verteidigen, dann ist sie weit voran. Schafft sie das nicht, dann wird der Abstand zur SPÖ weitaus enger als es die Umfragen prophezeien.

Also: auch wenn die Umfragen scheinbar ein stabiles Bild liefern – in Wahrheit heißt es laufen, laufen, laufen für die Funktionäre, damit die eigenen Sympathisanten dann auch wirklich zur Wahl gehen.