skurrile szene neulich im ice.

Manchmal möchte ich die Welt wie in einem Schwarz-Weiß-Film sehen. So wie in einem skurrilen 30er Jahre Film im Stil von Charles Chaplins „Modern Times“.

Unlängst beobachte ich im ICE:

Eine Dame mit Perlenkette sitzt im Speisewagen eines ICE. Ihr gegenüber ein Bekannter, der ebenfalls auf dem Weg nach Wien ist. Sie hat ein Mobiltelefon am Ohr und bespricht intensiv mit einem Handwerker ein Problem in Ihrer Wohnung. Eher unwillig bestellt sie nebenbei beim Zugrestaurant-Kellner.

Der geht in die Küche und gibt die Bestellung an den Koch weiter. Der Koch schnappt aus einer Lade eine durchsichtige Plastikverpackung und wirft sie ins kochende Wasser. Als nächstes schnappt er sich eine Zwiebel und schneidet diese auf einem Brettchen ganz langsam in kleine Scheiben. Das alles passiert scheinbar in Zeitlupe während am Nebentisch die Frau zuerst noch mit ihrem Maler zetert und dann die Putzfrau weiter instruiert.

Endlich ist das vakuumverpackte Gedings fertig und wird samt Zwiebelringen serviert. Die Frau beschwert sich weiter über den Maler (die Putzfrau hat sie gerade  informiert, dass er noch immer nicht da ist) am Telefon und entfernt  parallel die Zwiebelringe von ihrem Teller. Langsam. Einzeln. Zwiebelring nach Zwiebelring.

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