krieg gegen den terror. oder doch lieber kampf dem hausverstand?

Ich schmökere gerade in einem Artikel von Gerd Gigerenzer und Wolfgang Gaissmaier aus der Psychologie Heute (Juni/08). Dabei geht es wieder um die Wahrnehmung von Gefahren anhand des Beispiels der Anschläge vom 9. September 2001 in New York:
Etwa 3000 Personen wurden direkt bei den Anschlägen getötet. Davon 256 Opfer in den Flugzeugen.
Viele Menschen hatten die Bilder der brennenden Türme vor Augen als sie in den kommenden Monaten wieder verreisen sollten. Erwartungsgemäß entschieden sich insbesonders in den ersten drei Monaten nach den Anschlägen Viele Leute dafür mit dem Auto zu fahren. Das Ergebnis: massive Einbrüche in der Auslastung im Flugverkehr und eine massive Zunahme von Auto-Unfällen. In Summe starben in den 12 Monaten nach den Anschlägen um 1600 Menschen mehr im Straßenverkehr, als aus der Interpretation der Statistiken der letzten 5 Jahre unter normalen Umständen zu erwarten gewesen wäre. Der Versuch ein scheinbares Risiko zu vermeiden, führte für viele Amerikaner also erst recht zu einer persönlichen Katastrophe.
So verrückt es nun einmal für den Hausverstand sein mag: Trotz Terrorgefahr ist Fliegen weitaus sicherer als Autofahren. Die Autofahrt von Wien zum Flughafen Schwechat ist gefährlicher als der anschließende Flug von Wien nach Moskau.

PS: Gerd Gigerenzer hat übrigens ein ganz tolles Buch über die Intelligenz des Unbewussten geschrieben. Sehr amüsant und sehr verblüffend.

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