zeitempfinden.

landgraf

An sich habe ich ein sensationelles Zeitempfinden. Ich wache meist 2 min bevor der Wecker klingelt auf. Ich schaffe es instinktiv im richtigen Moment zum Bahnhof aufzubrechen und immer genau einen Zug zu erwischen.

Nur am Samstag ticke ich nicht richtig. Der Vormittag ist noch richtig getaktet, aber der Samstagnachmittag vergeht nicht. Magischer Weise bin ich kurz nach Samstagmittag eine Stunde vorne. Der Nachmittag fließt zäh dahin, wie eine zähflüssige Zeitgelatineflüssigkeit. Doch dann setzt ganz langsam eine Beschleunigung ein. Gegen sechs bin ich noch zwanzig Minuten vor der Zeit, doch um 21:00 bereits 10 min nach. Um 23:00 vergesse ich dann meist auf die Uhr zu sehen. Wenn ich dann glaube, dass es Mitternacht ist, ist es in der Regel 01:30…

So ähnlich geht es mir auch heute. Obwohl nicht Samstag ist. Heute ist der 31.12.2008. Ich sitze – wo sonst – im Cafe Landgraf beim x-ten Ginger Ale und dem x-ten Cappuccino. Irgendwann in der Früh habe ich hier gefrühstückt und seitdem gelesen. Die meisten Stammgäste sind alle am Vormittag kurz aufgetaucht und haben Silvesterwünsche ausgetauscht. Jetzt am Nachmittag beschleunigt sich diese ganze Stadt, die in gigantomanischem Ausmaß dieses neue Jahr, das europäische Kulturhauptstadtjahr erwartet. Die Nibelungenbrücke biegt sich schon beinahe unter den Lautsprechertürmen und den sechs Baucontainern, die für das gigantische Feuerwerk dort bereitgestellt wurden.

So geht ein für mich sehr spannendes Jahr zu Ende. Viel hat sich getan zwischen Wien, Linz und der Bahnstrecke Wien-Linz. Einiges davon habe ich in diesem Blog niedergeschrieben. Mittlerweile besuchen 60 Personen täglich den blog „rois.tv“. Das verunsichert mich manchmal etwas. Aber andererseits: Verunsicherung ist ja prinzipiell nichts Schlechtes.
🙂
Dazu aber noch mehr in den nächsten Monaten!

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