landgraf dialoge III: meine fussballkarriere

Vor drei Jahren: An einem kalten Nachmittag saß ich bei einem Ginger Ale an meinem kleinen Tischchen im Cafe Landgraf. Im ganzen Lokal befanden sich vielleicht drei oder vier weitere Gäste.

Plötzlich betrat der Fußballtrainer meines Heimatortes mit einem grünen Aktenordner das Lokal. Ich grüßte ihn mit einem freundlichen Kopfnicken. Er grüßte zurück. Das schmeichelte mir, da ich von der Fußballwelt seit einer mageren Saison auf der Ersatzbank ignoriert wurde.
Ich kann mich noch dunkel an den kurzen Dialog zu Saisonschluss mit meinem Jugend-Trainer erinnern: „Christian, ich hoffe du verstehst: es müssen Jüngere nachrücken.“ – „Aber ich bin mit 10,5 der Jüngste im der U12!“ – „Eben.“

Doch an eben jenem Tag war alles ganz anders. Der Kampfmannschafts-Trainer begrüßte mich nicht nur freundlich, sondern steuert direkt meinen Tisch an. Er gibt mir die Hand und bevor ich meiner Verblüffung Ausdruck verleihen kann, sitzt er schon gegenüber.

„Haben Sie gleich hergefunden?“ eröffnet er.

„Kein Problem – ich bin öfters hier“ antworte ich wahrheitsgemäß.

„Furchtbares Wetter nicht wahr?“

„Ja, das Wetter war schon mal besser.“ Ich stocke ein wenig bei der Antwort, da er mich punktgenau fixiert und genau zu mustern scheint.

„Wir wollen aber heute nicht übers Wetter reden. Auf welcher Position spielen Sie gerade?“ fragt er und klappt den Ordner mit den Unterlagen für die Transfer-Verhandlung auf.

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