original in mallorca

// internet-cafe bedingt gibt es diesmal keine umlaute. die gibt es nicht im fischer- und touristendorf porto cristo. nicht mal gegen aufpreis//

Ich bin in Mallorca. Nein – nicht dort wo der Ballermann ist. Am anderen Ende. Dort wo blaessliche, britische Seniorenbeine am Strand leuchte. Dort wo deutsche Mittfuenfziger unterdurchschnittliche Einsichten in unterdurchschnittlichen Touristenfallen-Bars ueberdurchschnittlich laut vertreten.

Fuehle mich mittlerweile wohl. Habe endlich eine Bar gefunden in der Touristen schlecht behandelt werden. Wo einem als Tourist feindselige Blicke bereits auf der Strasse klar machen, dass man nicht hierhergehoert. Wo einen der Kellner beim Bestellen mit gespielter Verzweiflung nicht versteht. Wo der Kellner mit „I want the bill, please“ mit ahnungslosem Gesichtsausdrucks alle mit ihm bekannten Bills (Clinton, Bill Cosby, Billie Idol,…) durchzugehen scheint und keine Regung zum kassieren zeigt.

Ich brauchte fast einen ganzen Tag bis ich diese Bar gefunden hatte. Es gibt sie ueberall wo es Touristen gibt. In Oesterreich sind es die versteckten Lokale irgendwo neben dem Skilift. Dort wo nur die Einheimischen hingehen. Die Skilehrer, die Liftwarte, die Kellnerinnen und Gemeindeangestellten. Meistens haben sie klingende Namen wie „schwarze Katze“, „Mausefalle“ oder „Rauchkuchl“. Man muss sie nur finden. Dort gibt es dann normale Preise, normale Menschen und vor allem: keine Touristen.

So sitze ich hier: mit einem Espresso um 1 €, kleine Haeppchen zwischen 1,50 und 2 € und weit und breit kein Tourist. Abgesehen von mir. Aber ich stehe unter der strengen Beobachtung des Barbesitzers, der angesichts meiner leidlichen Spanisch-Kenntnisse seine uebliche Masche nicht ueber die Schmerzgrenze treiben kann. In allen 26 anderen Bars des Doerfchens servieren gerade vier-bis fuenfsprachige Kellnerinnen „originale“ Tapas um 5,50 € von „original“ handgeschriebenen Speisekarten.

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