warum ich auf deutschland gewettet habe.

Österreich weint. Die deutsche Nationalmannschaft besiegt die jugendlich-engagierte österreichische Elf mit einem ehrlicherweise verdienten 1:0.  Während gestern noch ganz Wien eine Fahnenmeer in rot-weiß-rot war, ist es heute die traurigste Stadt Europas. Auch wenn Nostradamus angeblich vorausgesagt hat, dass Wien beim Weltuntergang als letzte Stadt vernichtet wird, heute sieht es aus als wäre jener nicht mehr weit und nähme seinen Ursprung genau hier.

Ich selbst bin gefaßt. Enttäuscht, aber gefasst. Ich habe emotionale Vorkehrungen getroffen. Ich habe dreissig Euro auf Deutschland gewettet. Damit bleibt mir zumindest ein schwacher finanzieller Trost in Form von neun gewonnen Euro (die Quote war 1:1,30). Damit habe ich mir die drei Getränke finanziert, die erforderlich waren, um mich emotional wieder zu reparieren. So war ich gestern als einer der wenigen wirklich für die nationale Katastrophe vorbereitet.

Ich nenne diese Technik „emotional hedging“. Das erste mal habe ich diese Technik eingesetzt als sich die Treibstoffpreise beim zweiten Irakkrieg gerade wieder ins astronomische verteuerten. Ich kaufte ein paar OMV-Aktien. Während andere mit schmerzverzerrtem Gesicht an der Tankstelle tankten, konnte ich einigermassen gelassen bleiben. Jeder Tropfen Benzin den ich mir quasi selbst verkaufte, erhöhte meine winzig-kleine, aber doch vorhandene Dividende. Dank des 10 € Tankgutscheines und des Buffets bei der Hauptversammlung konnte ich mich weiter entspannen. 

Vielleicht schreibe ich mal ein Buch darüber. Bis dorthin werde ich mir weiterhin bei jedem Regenguss wünschen, ich hätte Anteile an einer Regenschirmfabrik 😉

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