Neulich im ÖBB-Eurocity…

businessclass.jpg

Der wahre Geniesser ist nicht leicht erkennbar. Er verlangt das Außergewöhnliche und ist auch bereit selbst aktiv dazu beizutragen. Luxus bedeutet mir nicht viel. Na gut – einen Punkt gibt es: In meinen Augen sind spanischen Rotweine kein Luxus, sondern eine Lebensphilosophie.
Oder vielleicht gibt es auch einen zweiten Punkt, der mich als Luxus-affin outed: ich besitze eine ÖBB-Österrreich-Card. Die ist Luxus. 2400 € jährlich, um in der Business-Class zu fahren. Dafür brauche ich keine Fahrkarten mehr einzeln zu kaufen, sondern fahre im ganzen Streckennetz der ÖBB mit meiner Österreich-Card. Außerdem darf ich in der Business-Class sitzen. Dort gibt es einen Orangensaft oder ein Mineral gratis. Dazu eine Zeitung oder ein Wochenmagazin. Was es dort nicht gibt: hübsche Studentinnen mit einem viel zu großen Rucksack, einem Interrailticket und keiner Ahnung wer ihnen die Stadt zeigt 😉
Das ist tragisch für mein Flirt-Leben. Tragischer ist ein anderer Umstand, der mich verrückt macht. Die Türen zu diesen Abteilen sind oft lose. Sprich: je nach Fahrtrichtung öffnen sich die Türen bei jedem Beschleunigen des Zuges oder bei jedem Bremsen des Zuges. Heroisch schließt dann einer der Mitreisenden, der in der Nähe der Tür sitzt eben diese. Als erfahrener Zugreisender auf der Strecke Linz-Wien ist für mich zu dem Zeitpunkt klar, dass er wohl noch an die zwanzig bis dreissigmal die Chance auf einen heldenhaften Auftritt hat…
Meine Lösung: Pragmatisch. In meinem Aktenkoffer befindet sich neben meinem Laptop ein weiteres technisches Wunderwerk. Eine Rolle Isolierband. Damit verschliesse ich diese Türen. Damit ernte ich Anerkennung unter den Mitreisenden. Daran erkennt man also den wahren Geniesser in einem EuroCity.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.